Das bundesweite antifaschistische Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus setzt sich aus Expertinnen zusammen, deren Forschungs- und Recherchegebiete geschlechtsspezifische Aspekte des Rechtsextremismus sind. Das Netzwerk leistet Bildungsarbeit und publiziert regelmäßig seine Ergebnisse.

 

 

aktuell: Statement des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus zur Einlassung Beate Zschäpes im NSU-Prozess am 9.12.2015

"Ach, ich habe nichts gemacht, ich war nur in der Küche." So zitiert die Welt am Sonntag im Januar diesen Jahres die ehemalige KZ-Aufseherin Hilde Michnia. Die Parallelen zur am 9.12.2015 verlesenen Einlassung Beate Zschäpes sind frappierend. Wenn auch in andere Worte gefasst, so versucht doch auch die Hauptangeklagte im sogenannten NSU-Verfahren vor dem OLG München, sich jedweder Verantwortung für die Morde an zehn Menschen, mehreren Bombenanschlägen und den fünfzehn dem NSU zur Last gelegten Raubüberfällen zu entziehen. Zschäpe bedient sich in erschreckender Weise dem Stereotyp der naiven Frau, die aus bloßer Zuneigung zum männlichen Täter dreizehn Jahre lang im Untergrund gelebt und dem Morden zugesehen habe. Ihre eigene aktive Rolle darin kommt auf den 53 Seiten ihrer Einlassung nicht vor.



Unsere Stellungnahme zum NSU-Prozessbeginn - 2. Offener Brief (12. April 2013)
Am 06. Mai 2013 begann der Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe. Zschäpe war Gründungsmitglied des terroristischen "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU). Der NSU hat mit Hilfe eines größeren extrem rechten Unterstützungsnetzwerkes durch serienmäßige Anschläge und Überfälle im gesamten Bundesgebiet zehn Menschen getötet und über zwanzig Menschen zum Teil schwer verletzt. 

 

 „Und warum ist das Interessanteste an einer militanten Rechtsextremistin ihr Liebesleben?“ - Offener Brief des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus zur Berichterstattung über die Rechtsextremistin Beate Zschäpe (November 2011)

Durch die Ereignisse der letzten Wochen in Thüringen, zu denen auch gehörte, dass Beate Zschäpe sich nach jahrelangem Leben im Untergrund der Polizei stellte, wird das Thema Rechtsextremismus wieder mal in seiner ganzen Gefährlichkeit und Menschenverachtung medial präsent. Für uns, die wir uns tagtäglich wissenschaftlich, journalistisch und pädagogisch mit dem Thema beschäftigen, stellt die Existenz einer 'braunen Terrorzelle' keine große Überrschaung dar - empört dagegen sind wir über die Berichterstattung über die mutmaßliche Täterin.


Einige unserer Veranstaltungen in 2014 findet ihr hier.

Wir gratulieren der Initiative NSU-Watch zum Otto-Brenner-Preis, der der Initiative am 12. November 2013 in Berlin verliehen wurde. Infos



November 2014

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